9Rotkreuzschwestern sind keine Leiharbeitnehmerinnen Wir Rotkreuzschwestern erfüllen seit rund 150 Jahren einen wichtigen Auftrag in der Gesundheitsversorgung Unter dem Dach des Roten Kreuzes stehen wir für die Expertise in der professionellen Pflege die die bundesweit 33 Schwestern schaften über die eigenen Einrichtungen hinaus auf höchstem Niveau bieten Diese Leistungen aber auch die Existenz und die Arbeits grundlage aller Rotkreuzschwestern sind derzeit ernst haft gefährdet Rotkreuzschwestern sind zwar professionell Pflegende jedoch keine Arbeitnehmerinnen im klassischen Sinne und das auch aus gutem Grund Als Mitglieder einer Schwestern schaft sind sie in erster Linie den Rotkreuzgrundsätzen ver pflichtet und in der Regel über einen Gestellungsvertrag in der jeweiligen Einrichtung im Einsatz Dabei gilt in jeder Hin sicht das Prinzip Freiwilligkeit Jede Rotkreuzschwester trifft eine individuelle Entscheidung für diese Form der beruflichen Tätigkeit Sie wählt die Mitgliedschaft in einer Schwestern schaft als Grundlage ihrer Beschäftigung weil sie es so will Genau dieser besondere Status der Rotkreuzschwester steht jetzt auf dem Spiel weil der Europäische Gerichtshof EuGH in einem Urteil den Unterschied zwischen Arbeitnehmerüber lassung und Gestellung bestreitet Wenn das Bundesarbeits gericht BAG in Erfurt dieser Empfehlung des EuGH folgt und am 21 Februar in seinem Urteil im Ausgangsverfahren Rotkreuz schwestern zu Arbeitnehmerinnen erklärt andererseits aber keine Sonderregelung für Nationale Hilfsgesellschaften im soeben novellierten Arbeitnehmerüberlassungsgesetz AÜG vereinbart werden kann wird das fatale Konsequenzen für die bayeri schen Rotkreuzschwestern und somit auch für das BRK haben Rotkreuzschwestern gelten dann als Leiharbeitnehmerinnen und dürfen nur noch befristet in ihren Einsatzfeldern tätig sein Nach 18 Monaten müssen sie entscheiden ob sie in das Ange stelltenverhältnis an ihrem Einsatzort wechseln mit neuem Arbeitsvertrag und zu bisweilen schlechteren Konditionen oder Rotkreuzschwester bleiben Das AÜG wurde novelliert damit Leiharbeitnehmer in Unter nehmen hinsichtlich ihrer Beschäftigungsbedingungen nicht schlechter gestellt sind als ihre festangestellten Kollegen Fallen Rotkreuzschwestern künftig unter die Arbeitnehmerüberlas sung wird genau diese Absicht ad absurdum geführt Die frei willige Entscheidung und die Unabhängigkeit des pflegerischen Handelns der Rotkreuzschwestern stehen dann zur Disposition Als Generaloberin sehe ich mich der pflegerischen Versorgung der Menschen in Bayern auf höchstem Qualitätsniveau ver pflichtet Mir ist darum wichtig dass Rotkreuzschwestern ihre Aufgabe weiterhin auf Basis ihrer berufsethischen Grundsätze erfüllen können Dass ich dabei die bayerische Politik auf unserer Seite weiß ist ermutigend Die Bundestagsabgeordnete und CSU Landesgruppen Vorsitzende Gerda Hasselfeldt hat uns Unterstützung in dieser Angelegenheit zugesagt Es sieht so aus als müssten nach der BAG Entscheidung die politischen Weichen in Berlin neu gestellt werden Am Ende kann nur die Einsicht stehen Schwesternschaften sind keine Zeitarbeits firmen Rotkreuzschwestern keine Leiharbeitnehmerinnen Edith Dürr Generaloberin der Schwesternschaften vom Roten Kreuz in Bayern e V sieht sich der pflegerischen Versorgung zutiefst verpflichtet einsatzbereit 01 2017 Kommentar

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