11 Engpässe auffangen Mitarbeiterschutz versus Flexibilität um Versorgungssicher heit zu gewährleisten Ein Punkt bei dem Konsens gefunden werden muss Im Rettungsdienst wird in besonders belas tenden Wechselschichten von Tag und Nachtarbeit gear beitet Während ver di die Arbeitnehmer davor bewahren will flexibel abrufbar zu sein muss das BRK darauf bestehen dass ein Dienstplan der über Wochen hinaus aufgestellt ist bei Ausfall eines erkrankten Mitarbeiters geändert wer den kann Denn den Ausfall nicht zu kompensieren hieße Einsätze schlicht nicht fahren zu können Das BRK hat eine Sicherstellungsverpflichtung und wird dieser Verpflichtung immer und überall nachkommen Niemand wird liegenge lassen Wie kann hier Konsens erzielt werden Gemeinsam mit ver di wird das BRK Instrumente zur gerechten Verteilung von Springerdiensten vereinbaren Hierbei soll berücksich tigt werden dass nicht immer dieselben Mitarbeiter belastet werden Längere Ankündigungsfristen wie von ver di gefor dert helfen hingegen wenig wenn sich wenige Stunden vor Schichtbeginn ein Kollege krankmeldet Feste Pausen versus permanente Einsatzbereitschaft Im Rettungsdienst arbeitet das BRK mit der gesetzlich vorge sehenen Möglichkeit von Kurzpausen die auch vollständig be zahlt werden Diese müssen zumindest in der Notfallrettung erhalten bleiben da eine feste 30 Minuten Pause angesichts der permanenten Einsatzbereitschaft nicht immer gewährleis tet werden kann Eine möglichst geregelte und ausreichende Freizeit für unsere hart arbeitenden Mitarbeiter ist uns wichtig auch Pausen zur Nahrungsaufnahme und zur Entspannung während der körperlich anstrengenden Arbeit im Rettungs dienst so Reinhold Dietsch Bezirksgeschäftsführer Un terfranken Priorität habe jedoch die Notfallversorgung von verletzten und erkrankten Menschen Daran ändere auch ein entsprechendes Rundschreiben des Bayerischen Sozialmi nisteriums nichts Kein Rotkreuzler lässt einen Verletzten un versorgt weil die Ruhepausenregelung verletzt sein könnte so Reinhold Dietsch Feste Pausen lassen sich nur mit einem bereitstehenden Ersatzteam einhalten Dies würde in der Not fallrettung bis zu 600 Personalstellen mehr und eine deutlich höhere Zahl an Fahrzeugen erfordern Anders im Kranken transport Dort wird das BRK das System der festen Pausen flächendeckend in Bayern umsetzen Überschreitung der Höchst arbeitszeit Zweifelsohne ist die Belastung der Einsatzkräfte bei ei ner Zwölf Stunden Schicht hoch kann jedoch zumindest durch die im BRK geltenden drei Stunden Arbeitsbereit schaft pro Schicht etwas abgemildert werden in denen sich die Kollegen in der Wache befinden und ausruhen können In 40 Prozent aller Wachen dehnen sich diese Bereitschafts zeiten auf bis zu sechs Stunden aus Um zu verhindern dass Kollegen kurz vor Schichtende zu einem größeren Einsatz ausrücken müssen und dabei Gefahr laufen über ihre zu leistenden Zwölf Stunden hinaus zu arbeiten wird das BRK die Leitstellen bitten auf diese Problematik Rücksicht zu nehmen Gänzlich Abhilfe würde hier allerdings nur eine Umwandlung von 2x12 Stunden Schichten in 3x8 Stun den Schichten schaffen was jedoch die Mehrheit der Mit arbeiter des BRK ablehnt Altersgerechtes Arbeiten Mit dem Auslaufen der staatlichen Förderungen von Teilzeit modellen ist es faktisch unmöglich geworden vor Erreichen der Altersgrenze aus dem aktiven Dienst auszuscheiden ohne Lohnverlust zu erleiden Das BRK will mit ver di ge meinsam verschiedene Instrumente nutzen um insbeson dere älteren Mitarbeitern die Tätigkeit zu erleichtern und sie gesund in die Rente gehen zu lassen Hier wären als Stich punkte aktive Tragehilfen gesunde Ernährung und sportlicher Ausgleich zu nennen Bei jährlich 478 000 für Rettungs und Krankentransport wagen sowie Notarzt und Verlegungsarzteinsatzfahrzeuge disponierten Schichten im Rettungsdienst ist es eine große Herausforderung auf die Bedürfnisse und Interessen aller Mitarbeiter Rücksicht zu nehmen Eine Herausforderung der sich das BRK gerne stellt Denn wer sich für das Wohl anderer einsetzt sollte auch vor der eigenen Haustür nicht haltmachen Die Ressource Mensch sie ist auch für das BRK das Kostbarste Kein Rotkreuzler lässt einen Verletzten unversorgt weil die Ruhepausenregelung verletzt sein könnte Reinhold Dietsch Bezirksgeschäftsführer Unterfranken einsatzbereit 03 2017 Arbeitswelt

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